Erlebnisbericht von der zweiten Brüsseler Roller Parade, eine Woche nach einer ersten Ausgabe mit 2.500 Skatern, mit einer Reaktion des Organisators Carl De Moncharline.
Artikeltext · Übersetzung
Heute Abend rollt die zweite Roller Parade durch Brüssel
BRÜSSEL - Heute Abend zieht zum zweiten Freitag in Folge die « Roller Parade » durch Brüssel. Vergangene Woche taten das bereits 2.500 Skater. Unser Mann Auf Rollen war dabei, und man muss sagen: Die Veranstaltung lief wie am Schnürchen.
Mit ihrer wöchentlichen Rollerparade wollte das unbescheidene Brüssel den anderen Großstädten (Berlin, Paris, New York, London, Barcelona…), in denen es seit Längerem Skate-Veranstaltungen gibt, nicht nachstehen. Durch die Absage der ersten geplanten Parade vor zwei Wochen wurde vermieden, dass das Skate-Event zu einem Rutsch- und Sturzereignis wurde (obwohl am Ende kein Tropfen Regen fiel).
Die Website war nicht gerade ermutigend: Fang gar nicht erst an, wenn du Anfänger bist, trage Schutzkleidung und - um Himmels willen - wisse, wie man bremst. Ist Brüssel nicht auf einigen Hügeln gebaut? Schluck.
Und würde ich als Amateur zwischen den anderen Teilnehmern keine schlechte Figur machen? Wahrscheinlich nahmen sie nicht aus Interesse am nächtlichen Brüssel und seinen Sehenswürdigkeiten teil, sondern um hart und ungehindert zu skaten where no skater has skated before, nämlich über die Brüsseler Avenuen und Boulevards. Ja, Skaten hat noch etwas Pionierhaftes.
Polizisten
Aber es kam alles ganz gut. Begleitet von Polizisten auf Skates (sehr sympathisch!) trafen wir kaum Kopfsteinpflaster (der herrlich weiche Asphalt des Anspach-Boulevards!), das Tempo war sehr moderat und die Teilnehmer waren nicht alle Eishockeyspieler: meist Zwanzig- und Dreißigjährige, aber auch « ältere Jugendliche », Kinder (auch im Buggy: es geht voran!) und sogar Hunde (nein, nicht auf Skates, sondern an der Leine). Dazu viele Sympathisanten (500) auf Tretroller, Skateboard und Fahrrad.
Ich habe einige bei den Abfahrten stürzen sehen (den Kunstberg oder die Botanique hinunterzufahren ist eine Kunst, aber wenn du nicht bremsen kannst, hab keine Angst und gleite einfach hinunter: die Abfahrten dauern nicht lange), doch am Ende wurden nur 25 Personen vom Roten Kreuz versorgt: genau 1 %.
Organisator Carl De Moncharling war ebenso begeistert wie die Zuschauer (der Umweg durch das Matonge-Viertel hatte Tour-de-France-Anmutung): « Der große Zulauf und die Begeisterung machten deutlich, dass das skatende Belgien schon lange auf eine solche Veranstaltung gewartet hat. »
Die Skater treffen sich jeden Freitag (bis 30.8.) bei trockenem Wetter gegen 21 Uhr auf dem Poelaertplatz zu einer kostenlosen, dreistündigen Tour über den Bois de la Cambre zu den Gorikshallen (mitten in Brüssel). www.brusselsrollers.com
De Morgen, juin 2002 · texte Koen Driessens · photo Belga