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    Zone 02 (NL) · 9. Juli 2003 · (L Vd V) (Text) · Foto: Alexis Haulot (Foto)

    Happening brüssel Roller Parade Alle bremsen los!

    Artikel, Zone 02 (NL), 9. Juli 2003 : « Happening brüssel Roller Parade Alle bremsen los! » (Roller Parade).

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    Für Sie getestet: Die Brussels Roller Parade. Auf Skates durch Brüssel. Ihr Reporter vor Ort behielt ein schlagendes Herz, eine verschlissene Skate-Bremse und, ja doch, ein gutes Gefühl. Freitag, 4. Juli 2003. Die Brüsseler Roller Parade könnte nicht belgischer beginnen. Den ganzen Tag über hatten die Himmelsschleusen einen 'nationalen Regenguss' über Brüssel ausgeschüttet. Absage oder doch die Skates anziehen? '80% Chance auf einen trockenen Abend und sonst beten wir, dass es nicht regnet', sagt Organisator Carl de Montcharline am Telefon. Seine Gebete wirken. Abgesehen von einem kräftigen Schauer 4 Minuten vor dem Start bleibt der Abend trocken. REPORTER VOR ORT Für mich ist es das 1. Mal. Ein Superskater bin ich nicht. Auf ebenem Gelände, ja. Aber nicht auf dem Hindernisparcours namens Brüssel. Neugierig beobachte ich die Skater, die tropfenweise ins Herz des Ter Kameren Bos strömen. Viele Zwanzigjährige (m/w), ein paar Schausteller, aber ich sehe auch viele ungeschickte Bewegungen, viele blitzende neue Skates, aber auch auffallend viele Quads, diese typischen Siebziger-Rollschuhe mit 2 x 2 Rädern, sozusagen. Ein paar Mütter mit Kindern auch. Und Menschen mit grauen Haaren. Schön sind die Polizisten, die sich für ihre eigene Skaterunde aufwärmen. Selten so hippe Beamte gesehen. ATMOSPHÄRE Ein paar Pfiffe später setzt sich die Masse in Bewegung. Raus aus dem Wald. Obwohl jeder jedem vor die Räder fährt und Geschwindigkeit machen also nicht wirklich dabei ist, ist die Stimmung ausgezeichnet. Lange her, dass ich so viel sozialen Kontakt zwischen Unbekannten gesehen habe. Für den Pep unterwegs oder, wie er es selbst sagt, 'le tonus', sorgt der diensthabende Animateur. Seinen Namen wollte er nicht preisgeben. Ich würde ihn spontan 'Satine' oder so taufen. Man erkennt ihn sofort. Rote Quads, eng anliegende Hose, schwarzes Afro-Kapsel und viel Show. 21 Jahre steht er schon auf Skates, sagt er. Und das sieht man. Vor allem beim Bremsen, denn dafür entwickelte er eine eigene Technik. Notgedrungen. 'Keine Bremse an meinen Skates, das behindert beim Tanzen.' BERGAB Unterwegs. Auf der Franklin Rooseveltlaan. Schon eigenartig, diese sonst so belebte Allee mal kurz autofrei zu sehen. Das gilt übrigens für alle großen Straßen, durch die wir an diesem Abend fahren. Vor allem die Wetstraat, die Elsensesteenweg, die Jacqmainlaan und die Tunnel auf dem kleinen Ring wirken so ohne Verkehr. Diese Tunnel sind übrigens eine Geschichte für sich. Beim ersten Tunnel, einem kleinen, an der Louizalaan, gehen sofort alle Hände in die Luft. Anhalten, das bedeutet das. Horror. Die erste Abfahrt. Etwa die Hälfte der Skater saust ohne mit der Wimper zu zucken den Berg hinunter. Der Rest bremst verkrampft. Manche halten sich noch kurz am Tunnelrand fest. Ich bin einer von ihnen. Wenig später ergreift mich doch das 'Swoosh'-Gefühl und ich lasse mich vom Berg hinunterziehen. Großartig! Sofort ist der Ton für die nächsten Tunnel gesetzt. Obwohl... Da hatten wir den Tunnel an der Hallepoort noch nicht gehabt. Schnell stellt sich heraus, dass dieser etwas steiler ist, als mein Mut groß ist. Selbst wenn ich auf der Bremse bleibe, rutsche ich nach unten und fühle, wie meine Geschwindigkeit zunimmt. Ein professioneller Bremser – einer der Begleiter – kümmert sich um mich und lässt mich an seiner Schulter hinuntergleiten. Der Krankenwagen, der neben uns den Berg hinunterfährt – und die Geschichte, die mein Begleiter inzwischen erzählt, über ein Mädchen, das sich hier eine Woche zuvor das ganze Kinn aufgeschlagen hat – lässt mich zu dem Schluss kommen, dass diese ganze Roller Parade doch nicht immer und für jeden gleich sicher ist. TERRASSEN UND LICHTER 22.30 Uhr und auf halbem Weg. Und das bedeutet: kurz durchatmen an den Sint Gorikshallen, wo der Rollerumzug über das Kopfsteinpflaster und zwischen den Terrassenstühlen hindurchschlängelt. Direkt nach der Pause folgt das schwierigste Stück: der Anstieg zwischen der Nieuwstraat und dem Kruidtuin. Um mich herum erklingt Keuchen und Schnaufen. Dies ist eindeutig der höchste Pass im Skateland. Zusammen mit den ersten Schweißperlen bricht auch die Dunkelheit herein. Nightskating nennt man das. Auf den Helmen der Rotkreuzmitarbeiter gehen die Lichter an und unter den hippsten Füßen erscheinen blaue und rote Radlichter. Brüssel bei Nacht. Und das sieht man auch. Die Anzahl der Zuschauer nimmt ab, aber wer noch da ist, reagiert doppelt so enthusiastisch. Besonders in und um Matongé fällt dies auf. Aus offenen Fenstern erklingen Anfeuerungsrufe und hier und da ist ein Cheerleader-ähnlicher Tanz zu sehen. Wenn wir eine Viertelstunde vor Mitternacht im Ter Kamerenbos ankommen, haben wir etwa 20 km hinter uns. In etwas weniger als 3 Stunden also. Nicht gerade ein Stundendurchschnitt, auf den man stolz sein kann. Aber darum geht es hier nicht. Die Roller Parade ist kein Sport, sondern Atmosphäre. PRAKTISCH Brussels Roller Parade: jeden Freitagabend im Juli und August. Start um 21 Uhr im Ter Kamerenbos. Bei starkem Regen wird die Parade abgesagt. Die Tour wird von der Polizei und routinierten Mitarbeitern der Organisation begleitet. Die Straßen, durch die die Parade fährt, werden jedes Mal kurz für den gesamten Verkehr gesperrt. Um teilnehmen zu können, muss man kein fortgeschrittener Skater sein. Wichtig ist jedoch, dass man sich auf seinen Skates sicher genug fühlt, dass man gut bremsen kann und keine Angst vor einem Anstieg oder einer Abfahrt hat. Info: http://www.belgiumrollers.com DIE ROLLERPARADE GERAHMT • Besonderes: das Gefühl, die Brüsseler Verkehrsachsen einmal ohne Autoverkehr zu erleben • Ärgerlich: das Hupen ungeduldiger Autofahrer • Riskantester Punkt: Tunnel an der Hallepoort. Eine Abfahrt, die eine ordentliche Dosis Coolness erfordert. • Skaterfreundlichster Punkt: Adolphe Maxlaan und Jacqmainlaan. Sie haben den weichsten Asphalt • Schwierigster Punkt: kleiner Ring zwischen Regierplein und Kruidtuin. Klettern! • Lästigstes: 'Die Hölle, das sind die anderen', sagte Sartre. In einer so großen Gruppe muss man ständig aufpassen, dass niemand vor, hinter oder neben einem fällt, langsamer wird oder plötzlich hervorschnellt • Schönstes: Die anderen Skater und die Zuschauer. Die Atmosphäre auf und neben der Roller Parade ist auffallend jovial, positiv und sozial

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