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    kunnst · Winter 2014 · Karin Gerwens (Text)

    Tauschhandel - Die Kunstmesse Art Truc Troc in Brüssel

    Article published across 3 pages - read in the numbered order below.

    kunnst, Winter 2014, S. 22: „Tauschhandel - Die Kunstmesse Art Truc Troc in Brüssel“, von Karin Gerwens.
    Cover der Winterausgabe 2014 von kunnst, «die neue Zeitschrift für Kunstinteressierte und Kunstsammler», mit der Ankündigung des Beitrags «Brüsseler Kunstmesse Art Truc Troc».
    kunnst, Winter 2014, S. 23: Fortsetzung des Artikels, mit der Geschichte des Konzepts seit 1975 und den praktischen Informationen für die Ausgabe 2015.

    Die deutsche Zeitschrift kunnst widmet Art Truc Troc anlässlich seiner 11. Ausgabe im Bozar, vom 16. bis 18. Januar 2015, eine Doppelseite. Der Artikel erklärt das Prinzip des Tauschs von Kunstwerken mittels Post-its, erinnert an die Geschichte des Konzepts (1975 im Château Malou von Mon de Rijck und Charline Mahy gegründet, 1976 von der Galerie GPOA übernommen, 2004 mit mehr als 100 Künstlern und 4.000 Besuchern neu belebt, 2013 mit mehr als 20.000 Besuchern) und kündigt für 2015 mehr als 300 Künstler an, mit den Bereichen Design (in Kooperation mit MAD Brüssel), Performance und Musik, wobei sich die Performance auf Tanz konzentriert, mit einem Workshop für junge Choreografen.

    Artikeltext

    Tauschhandel - Die Kunstmesse Art Truc Troc in Brüssel Karin Gerwens Die Kunstmesse Art Truc Troc, die vom 16. - 18. Januar 2015 ihre Pforten zum 11. Mal im Brüsseler Bozar - Palast der Schönen Künste für Besucher öffnet, ist wohl die ungewöhnlichste Kunstmesse der Welt, denn sie folgt einem einzigartigen Konzept: Die Kunstwerke haben keinen festen Preis, sondern werden getauscht! Auf Deutsch bedeutet „Truc Troc“ auch nichts anderes als einen Tauschhandel von Dingen. Der Interessent überlegt sich, was ihm eine künstlerische Arbeit wert ist und was er dem Künstler anbieten kann. Sein Angebot schreibt er dann auf einen post-it Zettel, klebt ihn neben das Kunstwerk und wartet, ob der jeweilige Künstler auf sein Angebot eingeht. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Relativ häufig wurde in der Vergangenheit zum Beispiel ein Urlaub angeboten. Vom Kurztrip in die Ardennen über einen mehrtägigen Aufenthalt in einem Studio in Venedig bis hin zu einer Reise nach Armenien mit Unterkunft und Reiseführer war das Angebot breit gefächert. Von den Künstlern angenommen wurden auch Einladungen zum Essen, ebenso Kunstwerke anderer Künstler. Lohnend war auch die Möglichkeit, in einer Galerie oder auf einer anderen Messe auszustellen. Ein etwas außergewöhnlicheres Angebot war zum Beispiel ein Film über einen Künstler und seine Arbeit. Auch ein Flug in einem Heißluftballon war schon einmal dabei. Die Art Truc Troc war von Anfang an eine Erfolgsgeschichte: Bereits die erste Messe 1975, damals im Château Malou von den Künstlern Mon de Rijck und Charline Mahy gegründet, wurde als Highlight der Kunstsaison in Brüssel gefeiert und von der Galerie de Prêt d'Oeuvres Art (GPOA) im darauffolgenden Jahr wiederholt. Über siebzig Kunstwerke wechselten 1976 im Tausch den Besitzer. Nach mehr als 30 Jahren Pause wurde die Art Truc Troc 2004 dann erneut ins Leben gerufen. Mehr als 100 Künstler nutzen die Chance, an der Messe teilzunehmen, mehr als 4.000 Besucher interessierten sich für diese Art des Kunsterwerbs. Die Messe ist im Lauf der Jahre stetig gewachsen und zählte 2013 mehr als 20.000 Besucher. Auf der kommenden Art Truc Troc werden mehr als 300 Künstler vertreten sein, junge unbekannte Namen werden neben etablierten ausstellen. Das besondere Konzept dieser Kunstmesse erzeugt ein eigenes Flair, es sind keine Galerien vor Ort, jeder Künstler vertritt sich selbst. Auch wird die Art Truc Troc, wie bereits im letzten Jahr, um die Bereiche Design (in Kooperation mit dem Mode- und Designcenter MAD Brüssel), Performance und Musik erweitert. Im Bereich Performance wird der Schwerpunkt im kommenden Jahr auf den Bereich Tanz liegen, unter anderem wird es einen Workshop für junge Choreographen geben. An einigen Projekten können auch Besucher teilnehmen. Die Kunstmesse Art Truc Troc ist eine ernsthafte Alternative zum konventionellen Kunstbetrieb und bietet Kunstliebhabern die Möglichkeit, in lockerer Atmosphäre Kunst auf eine ungewöhnliche Weise zu erstehen. Auch die Künstler profitieren von dieser Messe, da sie sehen, was Menschen außerhalb des Kunstbetriebs ihre Kunst wert ist und sie durch Reisen und andere Aktivitäten, die ihnen angeboten werden, neue Erfahrungen sammeln, die sie nicht selten auch künstlerisch umsetzen können. [Encadré] Die Art Truc Troc hat sich vom kleinen Geheimtipp zum Kultur-Party-Event weiterentwickelt. Gerade junge Menschen zieht das ungewöhnliche Konzept an. Mit der Zeit bilden sich um die Kunstwerke Flickenteppiche von post-it's. Neben das Betrachten der Kunstwerke rückt das Lesen der Angebote: Eine spannende und mitunter lustige Lektüre! [Infos pratiques] Art Truc Troc & Design, Bozar, Ravenstein Street, 23, B-1000 Bruxelles. 7.2. 19 - 2 Uhr, 8.2. 14 - 21 Uhr, 9.2. 10 - 18 Uhr. Eintritt: 8 €. www.tructroc.be

    kunnst, Winter 2014, p. 22-23

    Kontexthinweis

    Kontexthinweis - kunnst („die neue Zeitschrift für Kunstinteressierte und Kunstsammler“) ist eine deutsche Zeitschrift, die dem Kunstmarkt und den Sammlern gewidmet ist. Der Artikel erscheint in der Ausgabe Winter 2014, als Ankündigung der 11. Ausgabe (16.-18. Januar 2015): Die im Praxiskasten angegebenen Öffnungszeiten und der Eintrittspreis entsprechen der vorherigen Ausgabe. Carl De Moncharline begrüßte diese Veröffentlichung mit einer öffentlichen Botschaft: „Vielen Dank an unsere Freunde von der deutschen Zeitschrift kunnst!“

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